Saarhölzbach
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Saarhölzbach

Geschichte

202 - Römerzeit

Mit Caesars Gallischem Krieg (58-50 v. Chr.) beginnt für das Saarland eine neue Epoche. Das Land gehörte vor dem Eindringen der Römer teils den Treviern, teils den Mediomatriciern. Beide waren keltische Volksstämme, zwischen den hier, vom Einfluß der Nied in die Saar an, diese beide Flüsse die Grenze bildeten.

Im Jahre 54 v. Chr., im 5. Kriegsjahr, schreibt Caesar: "Ich selbst marschierte mit vier schlagkräftigen Legionen und 800 Reitern in das Gebiet der Treverer, weil diese weder zur Versammlung kamen, noch dem Befehl sich fügten und, wie es hieß, die rechtsrheinischen Germanen aufwiegelten.

Die Geschichte der archäologischen Erforschung des Trierer Landes ist seit ihren Anfängen in besonderer Weise mit dem Wirken und dem Engagement einzelner interessierter Persönlichkeiten verbunden. Allem voran steht in einzigartiger Weise das Werk des gelehrten Luxemburger Jesuiten Alexander Wiltheim (1604 – 1684), der als Vater der Archäologie des Trevererlandes gelten darf.

In Mettlach und Umgebung, praktisch im Kreis Merzig, war Eugen von Boch (1809 – 1898) über ein halbes Jahrhundert lang der Mann, der sich um die Belange der Altertumsforschung kümmerte und an den sich die Bewohner des Umlandes um Rat und Hilfe wandten.

Ein römisches Bauwerk bei Saarhölzbach (eine Villa am Steinchen) "an dem schon viel gewühlt und fortgeschafft wurde", grub von Boch 1852/53 aus.


Eugen von Bochs Engagement in der Altertumsforschung erschöpfte sich nicht in Ausgrabungen und dem Sicherstellen aufbewahrungswerter Objekte. Steht widmete er allein ihm zur Kenntnis kommende Fundstellen große Aufmerksamkeit. Unter anderem führte er Aufzeichnungen über "Fundstellen von Spuren römischer Bauten im Kreise Merzig", so auch am Antoniusbrunnen in Saarhölzbach.

Wörtlich heißt es in seinen Aufzeichnungen: "Bei Saarhölzbach sind römische Gebäude am Fuße des Burberges in der Wiese in der Nähe des Antoniusbrunnens und Bautrümmer bei Anlage der Bahn zwischen der Eisenbahn und der Saar gegenüber Lutwinus-Kapelle gefunden wurden.

1898 schreibt Heinrich Nießen in seiner Geschichte des Kreises Merzig: "Ziegeln und Mauerwerk befinden sich am Fuße des Berges am Antonius-Brunnen, zerstörte Überreste vom Mauerwerk mit Bruchstücken von Gefäßen und Ziegeln. Ein Beweis für das Alter des Ortes."

Dr. Hans Thies, am 10. Januar 1887 in Saarhölzbach geboren, schreibt 1912 in seiner Doktorarbeit: "Es ist wohl selbstverständlich, dass das Saartal von römischen Ansiedlern bewohnt war, besonders an der Ausmündung eines Seitentales, wenn durch wasserreiche Quellen für die erste Bedingung, das Trinkwasser, gesorgt war: selbstverständlich deshalb, weil nur wenige Stunden diese Siedlungsstelle von der zweiten Hauptstadt des Römerreiches (Trier) trennten, die über hundert Jahre den Ruhm genoß, Residenzstadt zu sein.

Zeugen einer solchen Siedlung sind dann auch vorhanden, sogenannte "Römerfunde": Reste von Fundamenten, Quelleneinfassungen, Ziegel- und Gefäßstücke, geschmolzenes Glas und Eisen aus römischer Zeit. Am Fuße des Berges liegt mitten im Waldestille eine Bergwiese, die heute noch teilweise von zerbröckeltem Mauerwerk umrahmt und von einem kleinen Bache durchflossen ist".


1888 erscheint unter "Vermischte Nachrichten" in der Presse folgender Hinweis:

Saarhölzbach, 19. März. Alterstumsfund. Die vor etwa 4 Wochen bei unserem Orte vorgefundenen Überreste eines alten Schlosses sind jetzt schon größtenteils freigelegt. Die Mauern ragen ungefähr 2 Meter über dem Boden hervor. Sie sind noch sehr gut erhalten. Bei den Ausgrabungen hat man auch verschiedene Gegenstände vorgefunden, wie alte Eisenteile, Porzellan, Steingut und eine seltene Art Ton. Auch ist man auf einem Brunnen gestoßen. Dem Vernehmen nach soll hier auch noch ein unterirdischer Keller liegen, an dessen Aufsuchen man augenblicklich beschäftigt ist. An den letzten Sonntagen waren viele Leute aus er Umgegend hier, um die Ausgrabungen zu besichtigen.

Im Jahre 1913 beantwortet Gemeindevorsteher Kiefer von Saarhölzbach einen Fragebogen der Bezirksregierung Trier und schreibt dort:

"In meinem Grundstück auf Wollscheid habe ich alte Ziegelstücke und einen Topfboden nebst altem kleinem Hufeisen gefunden. Ferner in der Nähe Saarhölzbachs am Antoniusbrunnen hat eine Ruine gestanden, wo die Mauern ausgegraben wurden, was noch ersichtlich ist, also in der Nähe vom Heidenberg wie in 14 angeführt. (14: In unmittelbarer Nähe von Saarhölzbach liegt der Heidenberg)

Pfarrer Wallig bestätigt diese Römerfunde am 30. Mai 1913 und weist auf Polizeidiener Salm hin, der in der Gegend kundig und bereit sei, an die bemerkenswerten Stellen zu führen.

Roemerfunde entdeckte auch Klaus Brill 1977 am Hungerberg und auf Hundscheidt

Im Rheinischen Landesmuseum Trier werden derzeit Römerfunde aus Saarhölzbach aufbewahrt.


   

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