Saarhölzbach
Allgemeine Infos
Geschichte
Sehenswertes

Jubiläum 2002
Grüsse versenden
Vereine
Veranstaltungen
Kultur
Gästebuch
Kontakt

Saarhölzbach

Geschichte

Was die Alten von der Kohlenbrennerei in Saarhölzbach zu erzählen wissen

(Zeitungsbericht vom 09.03.1950 von M.Enzweiler )

Der hier noch lebende Landwirt Matthias Zimmer erzählte mir über die Kohlenbrennerei in unseren Waldungen folgenden:

So ungefähr um das Jahr 1896 fand die Kohlenbrennerei in unserer Gegend ihr Ende. Die letzten Kohlenbrenner hießen Schirra und Fuchs, sie waren aus Thiergarten bei Hermeskeil. Gewöhnlich kamen sie in den ersten Lenztagen hier an, und dann trieben sie ihr Geschäft bis in die späten stürmischen Herbststage hinein. Während des Winters wurden keine Holzkohlen gebrannt. Zu ihren Familien gingen die Männer wohl alle 3-4 Wochen einmal. Das war ja nicht leicht, denn der Weg mußte zu Fuß zurückgelegt werden, das waren hin und zurück immerhin 14 Stunden.

Kamen nun die Männer hier im Frühjahr an, so bekamen sie zuerst vom Förster die Stelle zugewiesen, wo sie brennen sollten. Mitten in diesen Bezirk hinein bauten sie sich ihre Hütte, die aus einem Raum bestand; dieser war Küche, Wohnraum und Schlafstätte zugleich. Mit Axt und Säge hantierten sie so lange, bis die Hütte stand, selbstverständlich war sie nur aus Balken zusammengefügt. Die Ritzen wurden mit Moos und Laub ausgestopft. War diese Arbeit getan, so ging man daran, Bäume zu fällen. Meistens nahm man jüngeres Holz, mit Vorliebe nahm man Lohstangen und junge Buchen bzw. junge Eichen. Das Holz wurde auf 1,20 m Länge geschnitten und lagenweise aufeinander gestapelt. Der Meiler wies dann eine Höhe von ungefähr 2 m auf. Der Durchmesser war 5-6 m. Die Form zeigte ungefähr ein Viereck an. Danach wurde das so aufgestapelte Holz mit Rasen abgedeckt. War nicht genügend Rasen vorhanden, so nahm man behelfsweise feuchte Erde, mit Laub vermengt. Oft richteten die Kohlenbrenner 2 oder 3, ja sogar 4 Meiler zur gleichen Zeit auf und ließen sie auch gleichzeitig abbrennen. Danach kam der Fuhrmann an (dies war der eingangs erwähnte Herr Zimmer bzw. dessen Vater). Der Wagen war für die seltsame Ware auch eigens hergerichtet. Dielen oder Leitern waren nicht darauf, sondern es stand nur die sogenannte "Köllenbetsch" darauf. Die "Köllenbetsch" war ein riesiger länglich geformter Korb, der die ganze Wagenfläche einnahm. Sie war geflochten wie ein Korb, nur war das Flechtwerk dicker und kräftiger ; Haselnußgerten und Hainbuchenschlößlinge wurden zum Flechten verwenden. Die "Köllenbetsch" wurde in Zerf hergestellt, dort war ein Mann, der sie flechten konnte. Sie hatte einen Inhalt von 7-8 cbm. Der Fuhrmann brachte, nachdem die "Betsch" vollgeladen war, ihren Inhalt nach Mettlach zur Fabrik. Die starke Heizkraft der Holzkohle wurde dort zur Herstellung der Steingutartikel genutzt.

Daß das Leben der Kohlenbrenner sehr eintönig verlief, ist klar: nur alle 3 - 4 Tage verließ einer den Wald; um die nötigen Einkäufe zu machen. Auch kam es hierbei vor, daß der Kohlenbrenner in die Schenke geriet und Sitzleder über Gebühr hatte, so daß er mit vielen Stunden Verspätung schwankend bei seinem Kumpan im Walde ankam, der sich dann seinerseits entschädigte, daß er, wenn er an der Reihe war, Einkäufe zu tätigen, es ebenso machte. Daß die rußgeschwärzten Gestalten, trotzdem sie bekannt in der Waldeinsamkeit waren, bei der Dorfjugend immer wieder Gegenstand der Neugierde waren, ist sehr begreiflich. Durch die Eigenart ihres Berufes, durch ihr schwarzes Aussehen, durch ihr Leben in der Waldeinsamkeit umgaben sie sich mit dem Nimbus des Romantischen. Heute werden wir noch an sie erinnert, wenn wir die Meilerstätte von ehemals im Walde finden. Die Holzkohlenbrennerei gehört heute in unserer Gegend der Vergangenheit an: es war einmal....


   

Startseite · Impressum · rechtlicher Hinweis