Saarhölzbach
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Saarhölzbach

Geschichte

Entstehungsgeschichte des Marktplatzes Saarhölzbach und seine Entwicklung zum Dorfzentrum, dem Herzstück des Ortes

Die Entwicklung des Marktplatzbereiches zum Dorfmittelpunkt war in Saarhölzbach ein langer Weg.
Bedingt durch unsere landschaftlich sehr reizvolle aber bautechnisch sehr schwierige Lage entwickelte sich das Dorf ohne eigentliche Dorfmitte aus dem Saartal heraus.

Die 1830 durchgeführte Urvermessung macht dies sehr deutlich.

An der Saar entlang gab es weder in Richtung Mettlach noch in Richtung Saarburg einen Weg.
Der jetzige Halfenweg vom Klosenhaus bis zum Gasthaus Kahn - davor Schommer - bildete die Querspange.
Zwischen dem Gasthaus Kahn und Trauts-Haus - jetzt Müller - ging der Weg, un Eims vorbei bis zum Hause Knaf, dann rechts ab die Hölzenschleif hinauf über Herrgottstein nach Mettlach.

Die Bachstraße erreichte man über et Hänzegässin.

Vom Klosenhaus ging es den Kirchenweg und den Langenberg hinauf über Hundscheid und nach Serrig-Saarburg.
Der heutige Marktplatzbereich hatte keine Straßenanbindung. Der Holzbach floß in einem natürlichen offenen Bachbett durch das Dorf.
Zusätzlich führte etwa vom Einlauf des heutigen Dorfweihers ein von Sandsteinquadern gebauter Kanal das Wasser des Holzbaches über den Deich und über die heutige Eisenbahnstraße zur unteren und oberen Getreidemühle, um deren Mühlenräder mit Wasser anzutreiben.
Die obere Mühle stand im Bereich Aufgang Fußgängerbrücke; die untere Mühle befand sich im Hause Oswald unterhalb der Kreissparkasse.

Beide Mühlen wurden 1830 einschließlich des Wasserrechtes von Johannes Franz Boch Buschmann erworben.

Die untere Mühle (Haus Owald) wurde stillgelegt.Die obere Mühle wurde zu einer Tonmühle umgebaut.

Beide Mühlen wurden 1830 einschließlich des Wasserechtes von Johannes Franz Boch Buschmann erworben.Die untere Mühle (Haus Oswald) wurde stillgelegt.Die obere Mühle wurde zu einer Tonmühle umgebaut.

1847 baute Villeroy & Boch etwa 10 m vor dem heutigen Gemeindehaus eine weitere Tonmühle.Sie wurde ebenfalls über ein Mühlenrad mit Wasser angetrieben, das durch den vorhandenen Kanal über den Deich zugeleitet wurde.Ein Teilstück des Kanals im Marktplatzbereich konnte stillgelegt und eine Straßenanbindung für die Tonmühle gebaut werden.

Als zwischen 1856 und 1860 die Eisenbahn mitten durch das Dorf gebaut wurde, gab es einige grundlegende Veränderungen.Durch den Eisenbahndamm wurde dann die Verbindung vom Halfenweg zur Hölzenschleif und der Weg zwischen den Häusern Fricke und Oswald sowie der Weg von "Klosen" in die Kirchenstraße unterbunden.Als Ersatz ist die Straße von der Saar durch das linke Tonnengewölbe der Bahnbrücke über den späteren Marktplatzbereich angelegt und mit der Bachstraße und dem Hänzengäßchen verbunden worden.Kurz danach wurde dann die Verbindung der unteren Hölzenschleifstraße zum Marktplatz hergestellt, die bis zu diesem Zeitpunkt jetzt über die neue Bachstraße und das Hänzengäßchen zu erreichen war.Ebenso wurde die Anbindung der Eisenbahnstraße geschaffen.Über den Bach wurde eine Brücke gebaut und der Mittelpunkt des Ortes war durch die Straßenkreuzung hergestellt.Als Villeroy & Boch den Betrieb der Tonmühle hier im Marktplatzbereich einstellte, konnte die Gemeinde 1899 die gesamte Anlage erwerben und dort mit der vorhandenen Antriebstechnik eine elektrische Lichtanlage für Saarhölzbach einrichten.Es war die Erste dieser Art im Kreis Merzig.

Da man nun über Stromenergie verfügte wurde schon 1900 eine elektrisch betriebene Dreschmaschine angeschafft. Sie wurde neben der Mühle - vor Hetten hierem Schopp - aufgestellt und mit einem weitausladenden Schuppen überdacht.Der Betrieb dieser Dreschmaschine und die damit verbundene Staubentwicklung war für die Anlieger nicht immer Anlaß zur Freude.

Ob da Bach - heutiger Marktplatz - stand auch "ett Weschhaus". Es wurde um 1880 gebaut, 1904 erneuert und stand vor dem heutigen Hause Schuh im Bereich der dort gelegenen Straße.Im "Weschh aus" war der durchfließende Holzbach mit Sandsteinquadern gefaßt, über die Holzbohlen befestigt waren.Die Frauen brachten ihre vorgekochte Wäsche in Töpfen und Bütten mit Schubkarren, Handwagen oder Hotten zum Waschhaus und walkten ihre Wäsche solange mit dem Plaul - zompten se immer wieder "en de Bach", bis sie blütenweiß war.Das Waschhaus hatte noch einen kleinen Aufbau der nur von außen mit einer Leiter zugängig war und als Dorfkittchen bzw. Bulles diente.Dieses Kittchen wurde immer nur kurzfristig meist eine Nacht genutzt und war im wesentlichen bestimmt für Landstreicher.Es war damals wohl der Ersatz für die fehlenden Brücken der Clochards.Bereits 1896 hatten die Saarhölzbacher eine Wasserleitung mit einigen im Ort verteilten Entnahmestellen gebaut, an denen kostenlos Wasser entnommen werden konnte.Es gab anfangs wegen der damit verbundenen Kosten kaum Hausanschlüsse.Für einen Privathaushalt mußten 6,00 DM pro Jahr und für eine Kuh 0,50 DM pro Jahr gezahlt werden.Ein kleiner Brunnen mit Viehtränke wurde auch hier an der Mauer vor Heisses Haus aufgestellt."Dat woar den Komp."

Alles in allem ergab der Marktplatz um 1925 folgendes Bild:Die umgebaute V & B-Mühle stand etwa 10 m vor dem heutigen Gemeindehaus, gleich anschließend die Dreschmaschine mit Schuppen - vor " Hetten hierem Schopp".Das Waschhaus stand vor dem Hause Schuh im Bereich der heutigen Straßenführung, der Brunnen mit Viehtränke vor Heisses Haus und dazwischen verlief die Bachstraße.Viel Platz war da wohl nicht mehr.Trotzdem hatte sich der Marktplatz zum Mittelpunkt des Ortes entwickelt, auf dem zeitgemäßes dörfliches Leben zu beobachten war.Die Neuigkeiten aus dem Dorf und der übrigen Welt machten bei den morgendlichen Treffen der Pensionäre ob da Bach, am Waschtag bei den Frauen im Waschhaus und in den Geschäften, die sich nach und nach um den Marktplatzbereich etablierten, die Runde.Das soll sich im übrigen bis heute nicht geändert haben.

Groß und Klein zog es ob de Bach, wenn erwartungsvolle Kinderstimmen durch den Ort hallten und eine Gauklergruppe ankündigten.

"Ob da Bach senn Bären,
dei danzen rond e remm.
Un wenn daat kän dressierten wären,
d'ei breeten änen emm."

Mobile Händler, Korfmescher, Pannen- und Deppenflecker wie Scherenschleifer boten ob da Bach ihre Waren und Dienste an.Die ebene Fläche des Marktplatzes wurde von den Kindern gerne zum Gleckerten-Spielen genutzt und so mancher kleine Spieler soll abends enttäuscht nach Hause gegangen sein, nachdem er auch das letzte Racksätzin verspielt hatte.

Als 1936 das RWE die Stromversorgung von Saarhölzbach übernahm wurde das Gebäude der alten Tonmühle - de Mill - zu einem Feuerwehr- und Gemeindehaus umgebaut.Die Dreschmaschine mit Schuppen und der Brunnen mit Viehtränke wurden entfernt.1941 wurde der Holzbach von der Mündung in die Saar bis zum Gemeindehaus ausgebaut und im Marktplatzbereich überdeckt.Mit dieser Maßnahme wurde das Waschhaus abgerissen und die Straße teilweise über den Holzbach geführt.In den 60er Jahre wurde das Feuerwehr- und Gemeindehaus abgerissen und 10 m talaufwärts das heutige Gebäude gebaut.Trotzdem gehen die alten Leute immer noch "en de Mill" wenn sie zum Gemeindehaus kommen, und bis aus dem "Gemeenenhaus" unserer Generation ein "Bürgerhaus" heutigen Sprachgebrauchs wird, wird es sicherlich noch etwas dauern.Jedenfalls bekam so der Marktplatz in den 60er Jahren langsam seine heutigen Konturen.In der Folgezeit wurde der Marktplatz mit Verbundsteinen ausgelegt und der Holzbach vom Marktplatz bis zur Mündung zubetoniert um die Straßenführung zu verbesseren - dem Zeitgeist entsprechend.1979 wurde der heutige Brunnen auf dem Marktplatz gebaut, der wie die alten Mühlen mit dem Wasser des Holzbaches gespeist wird.Um mit dem Ausbau der Saar und begleitenden Maßnahmen eine 200jährige Hochwassersicherung für Saarhölzbach zu erreichen, mußten 1990 im Bereich des Marktplatzes umfangreiche Kanalbaumaßnahmen durchgeführt werden.Erst danach konnte mit der Planung für die Neugestaltung der Orts mitte von Saarhölzbach begonnen werden.Im Mai 1998 konnte dann der erste Bauabschnitt eingeweiht werden.

(Recherchiert von Kurt Schramm, Ortsvorsteher a.D. und Ernst KohnZusammengestellt und vorgetragen von Judith Thieseranläßlich der Einweihung des neuen Markplatzes im Mai 1998 )

   

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