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Saarhölzbach
Geschichte
Die Wendelinuseiche - Ein Naturdenkmal im Saarhölzbacher Wald
(Kurt Schramm, November 1997)
Die knorrige mächtige Eiche kann die Geschichte von einigen Jahrhunderten erzählen.
Nachdem sie 1990 gründlich saniert wurde, wird sie wohl noch einige Generationen von Saarhölzbach
überdauern.
Die Wendelinuseiche steht im östlichen Zipfel der Gewann Geischeidel. Dieser Standort ist ein
Grenzpunkt für die Gewannen, Geischeidel, Oberst Hirzelgewann, Pühlgewann und der Wurzelgewann.
Daher ist die Wendelinuseiche seit Jahrhunderten ein markantes Orientierungszeichen.
In Saarhölzbach wurde sie vor 40-50 Jahren die Wendelseiche genannt. Nach Dr.Thies Hans,
ein Heimatforscher der am 10.01.1887 in Saarhölzbach geboren wurde und am 06.06.1960
in Fichtelberg/ Berlin verstarb, gab es auf Geischeidel bei der Wendelinuseiche auch eine
Parzelle mit dem Namen "Das Wendelsstück". Heute ist dieser Flurname nicht mehr bekannt.
Auch in der Beschreibung der Saarhölzbacher Bannverhältnisse von 1721, zwecks Besteuerung und
Feststellung der Besitztitel, ist dieser Flurname nicht aufgeführt. Um die Frage,
wie die Wendelinuseiche zu ihrem Namen kam, ranken sich Geschichte und Geschichten.
In Saarhölzbach wird seit Generationen die Legende erzählt, daß der heilige Wendelin auf einer
seiner Pilgerreisen am Standort der Wendelinuseiche verweilt und geruht hat,
und sie deshalb den Namen des Heiligen trägt.
Tatsächlich führte der Weg Richtung Trier bis ins 19. Jahrhundert an dieser Stelle vorbei.
Von Saarhölzbach Richtung Serrig - Trier, an der Saar entlang, gab es keinen Weg.
Die von den Halfen benutzte Strecke, wenn sie Kähne saaraufwärts zogen,
führte von Serrig bis Saarhölzbach teilweise durch knietiefes Wasser.
Die heutige Straße wurde erst 1913 geplant und Mitte der 20er Jahre gebaut.
Der schottische Königssohn und Hirte Wendelin soll um 617 in den Vogesen als Einsiedler
oder Mönch verstorben sein. Die Legende erzählt jedoch, daß der Pilger Wendelin als
Einsiedlerbruder der Einsiedelei des Klosters Tholey beitrat. Durch seine Hilfe für
Mensch und Tier bei Krankheit und Not wurde er von den dort lebenden Menschen sehr bald
als Heiliger verehrt. Schließlich wurde er zum Abt des Klosters Tholey gewählt.
Er übte dieses Amt 20 Jahre lang, bis zu seinem Tode aus.
Zur Erinnerung an diesen Heiligen erhielt mit den Stadtrechten im 14. Jahrhundert
St.Wendel offiziell seinen Namen.
Die Saarhölzbacher hatten zu dem heiligen Wendelin sicher auch deshalb eine besondere Beziehung,
weil er, wie ihr Kirchenpatron der heilige Antonius, als Schutzpatron der Haustiere verehrt wird.
Wegen des fehlenden Ackerlandes gab es in Saarhölzbach bis um 1900 einen von der Gemeinde
angestellten Schweinehirten, der täglich, wie einst der junge Wendelin,
diese Haustiere zu einer Herde sammelte und zur Mast in den Wald trieb.
Das Waldgebiet rund um die Wendelinuseiche war dafür besonders gut geeignet.
Natürlich gibt es neben der Legenden auch andere Betrachtungsweisen für den Namen Wendelinuseiche.
So kann zumindest die schon erwähnte Parzelle "Wendelsstück" auf einen Saarhölzbacher Namen hindeuten.
Denkbar wäre auch, daß der Name Wendelinuseiche in einer Beziehung zu dem Britter
Kirchenpatron St. Wendalin zu sehen ist. Hatten doch die Britter Erben (Gehöferschaft) etliche
Flächen des Saarhölzbacher Rodtlandes im Besitz. Eine Bereinigung der Bann- und Besitzverhältnisse
zwischen Saarhölzbach und Britten erfolgte erst nach der französischen Revolution.
Wie auch immer die Wendelinuseiche ihren Namen bekommen hat, bleibt letztlich ein Geheimnis der
Geschichte.
Heute erinnert die Wendelinuseiche an den Volksheiligen St. Wendelin, der durch seine Bescheidenheit,
Frömmigkeit und seine Nächstenliebe für Mensch und Tier zu einem beliebten Wallfahrtsheiligen wurde.
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