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KulturSagenDie Sage vom HerrgottsteinVon Matthias EnzweilerWenn man von Saarhölzbach kommend, dem sogenannten "Kirchenweg" entlang in Richtung Mettlach wandert, so erreicht man fast an seinem Ende einen Feldweg, der sich scharf nach Westen wendet. Am Ende dieses Weges, auf einer ziemlich kugeligen Erhöhung, liegt die Gemarkung "Herrgottstein". Steine und Felsen gibt es in Sarhölzbach soviel wie kaum anderswo. Aber woher kommt der Name "Herrgottstein"? Der Name kommt gewiß von dem Kreuz, welches wir auf der Spitze der Kuppe wahrnehmen. Weiter darf der Name im Zusammenhang gebracht werden mit der Sage, die sich um jenes Kreuz und um jene Bergkuppe rankt. Zuerst sei noch vermerkt, daß man von hier aus einen erhebenden Ausblick hat in das Mettlacher Tal und weiter saarabwärts bis zum Fuße des "Vogelfelsen". Von allen Bergkuppen Saarhölzbachs hat man einen schönen Fernblick , aber von dem wenig berührten "Herrgottstein" ist der Ausblick besonders in der stillen Abendstunde ein Genuß. Und nun die Sage: Es war im Frühjahr des Jahres 1351, als Erzbischof und Kurfürst Balduin von Trier an die Saar kam, um den Raubritter Jakob von Montclair zu züchtigen. Sicher ist, daß er als Anmarschstraße die alte Trierer Straße über Zerf, Greimerath kommend benutzt hat. Wir dürfen weiter mit Sicherheit annehmen, daß er unsere breite wuchtige "Langenbergstraße" hinunterzog, nd so bis zum "Herrgottstein" kam. Nachdem das ganze Kriegsvolk ein Lager bezogen, wird man wohl von hier aus den Angriffsplan überprüft haben. Man blieb auf "Herrgottstein" bis zum nächsten Morgen. Noch war die Sonne nicht aufgegangen, da befahl Erzbischof Balduin ein niedriges Felsplateau als Altar herzurichten, und dann las er hier die hl. Messe im Beisein seiner ganzen Kriegerschar. Bei aufgehender Sonne sah man in der Ferne in südwestlicher Richtung die Trotzige Festung Montclair. Balduin und seine Krieger, die nun aufbrachen, wußten, daß ihrer ein harter Kampf harrte. Die Geschichte berichtet uns, daß nach achtmonatiger Belagerung das Raubnest in seine Gewalt kam. Zum Andenken an jene hl. Messe auf dem "Herrgottstein" wurde das Kreuz auf dem Felsen errichtet. Mit Recht tragen daher Berg und Felsen den Namen "Herrgottstein". Soweit die Sage. Wir wissen , daß Montclair etliche Vorburgen hatte. Ob nicht auf "Herrgottstein" selbst eine Burg stand; vielleicht zu Erzbischof Balduins Zeiten nur mehr eine Ruine. Wenn ja, dann verstehen wir auch, daß ein Felsvorsprung nördlich vom "Herrgottstein", vielleicht 200-300 Meter entfernt, den Namen "Katzenkopf" trägt. |
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